Die Geschichte des SV Raitersaich |
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Ein Vereinsleben ist immer geprägt von Höhen und Tiefen, Lustigem, aber auch Traurigem. So natürlich auch beim SV Raitersaich, wie die Chronik beweist.
Obwohl 1950 gegründet wurde, reichen die Ursprünge des SVR viel weiter zurück. Damals trafen sich im Gasthaus Wißmüller in Raitersaich regelmäßig Schachspieler, um nach der glücklichen Heimkehr aus dem Krieg dem königlichen Spiel zu huldigen. Schon nach kurzer Zeit wurde die Schachgesellschaft Springer gegründet. Nur mit großer Mühe - es war ja noch die Zeit der Reichsmark - konnten Schachfiguren und Schachbretter beschafft werden. Vereinsturniere, aber auch Wettkämpfe, unter anderem gegen Heilsbronn und Ansbach, fanden in der Folgezeit statt. Höhepunkt damals war ein Simultan-Turnier gegen den ehemaligen Bayerischen Meister Schwarz. Die Geselligkeit zu pflegen aber war höchstes Ziel, hatten die Menschen doch nach den Schrecken des Krieges und der Vertreibung einen großen Nachholbedarf an Lebensfreude und Geselligkeit. Als sich dann mit den Vertriebenen im damaligen Lager Raitersaich viele Freundschaften anbahnten, wurden die Stimmen, die einen Sportverein gründen wollten, immer lauter. Dazu kam, dass ganz Deutschland plötzlich vom Fußballfieber gepackt war. Nicht anders erging es natürlich den Raitersaichern, die sehr häufig in den Nürnberger Zabo fuhren, um den ruhmreichen Club zu sehen.
In einer außerordentlichen Mitgliederversammlung am 17.Mai 1950 wurde der SV Raitersaich gegründet. Die Männer der ersten Stunde waren:
Da man sich über dieses Ereignis sehr freute, feierte man gleich ausgiebig bis in den Morgen. Gar mancher wusste deshalb am nächsten Tag nicht mehr so recht, wie der vorherigen Abend verlaufen war. Da auch die Geselligkeit im Verein nicht zu kurz kommen sollte, wurde jeweils an Pfingsten ein Vereinsausflug unternommen. 1951 führte der Ausflug nach Ehingen am Hesselberg. Als Transportmittel dienten damals noch - man beachte - die Fahrräder. Doch schon 1952 fuhr man im festlich geschmückten Sondertriebwagen der Bundesbahn zu einem Freundschaftsspiel nach Freystadt in der Oberpfalz. 1953 konnte man vom Platz an der Schafweide, damals natürlich noch ohne Wasch- und Umkleidemöglichkeiten, auf einen Platz in der Nähe des Lagers Raitersaich umziehen. Hier konnte wenigstens aus einem nahe gelegenen Brunnen Wasser zum Waschen geholt werden. Die Baracken des Lagers boten zudem die Möglichkeit sich umzuziehen.
Im Jahr 1954 nahm der Verein an einem Sportfest in Bernlohe bei Roth teil. Dass die Aktiven des SVR auch gute Leichtathleten waren, stellten sie dabei eindrucksvoll unter Beweis. Binnen kürzester Zeit waren alle ersten und zweiten Plätze von den Fußballern aus Raitersaich belegt. Schon das Jahr 1955 bescherte dem noch jungen Verein bereits zwei Höhepunkte. Am 22.Mai 1955 absolvierte man das Vorspiel der Begegnung SpVgg Fürth – Borussia Neunkirchen in der Kleeblattstadt vor über 8.000 Zuschauern. Dabei bot Spieler Hans Keil eine so überzeugende Leistung, dass die Fürther ihn gleich abwerben wollten.
1956 wurde das erste große Pokalturnier auf eigenem Platz veranstaltet. Vor den Mannschaften aus Rohr, Großhabersdorf und Seligenporten wurden die Raitersaicher siegreicher Erster. 1958 kam Ernst Kaburek, der das größte Talent in der Geschichte des SVR werden sollte, zusammen mit Georg Konopik von der Jugend in die 1. Mannschaft. Diesen Sprung schafften damals nur wenige. Ernst Kaburek stieg später mit dem Tuspo Roßtal in die damalige 2. und 1. Amateurliga, der heutigen Landesliga, auf. Das Jahr 1959 brachte einen Wechsel der Vorstandschaft. Nach neunjähriger Amtszeit als 1. Vorstand stellte sich Kurt Woge nicht mehr zur Wahl. Mit Waldemar Zaus, dem damaligen 2. Vorstand, wurde ein würdiger Nachfolger gefunden. Er sollte die Geschicke des Vereins 21 Jahre lang leiten. 1964 wurde das traurigste Jahr in der Geschichte des Vereins. Auf der Heimfahrt von einem Freundschaftsspiel in Dietenhofen verunglückten Alfred Rock, Leonhard Schwarz und Waldemar Hirsch tödlich. Nach weniger erfolgreichen Jahren wurde 1965 durch neue Spieler wie Ernst Kaburek, der vom Tuspo Roßtal zurück kam, Hermann Fleischmann, Georg Führer, Werner Witt und Helmut Rieß ein neuer Aufschwung verzeichnet. In diesen Jahren war unsere Reservemannschaft sehr erfolgreich. Sehr häufig halfen daher Spieler der Reserve in der 1. Mannschaft aus.
Beim Pfingstturnier 1966 konnte man dem damaligen Landesligisten Tuspo Roßtal im Endspiel mit Verlängerung ein 2:2 abtrotzen. Nach dem Verzicht des Tuspo, durch das Los eine Entscheidung herbeizuführen, war Raitersaich Pokalsieger. 1968 erzielte Ernst Kaburek im Spiel gegen den TS Fürth acht der insgesamt 13 Tore.
Das 20-jährige Jubiläum, das 1970 mit einem Turnier - erstmals mit sechs Mannschaften - und einem Bierzelt gefeiert wurde, wurde ein großer Erfolg.
1975 wurde auf Betreiben und Initiative von Heinz Seidl und Ernst Konopik eine Alt-Herren-Mannschaft gegründet. Auch dieses Team besteht bis heute. War man in den zurückliegenden Jahren nach oftmaligem Trainerwechsel sportlich weniger erfolgreich, erlebte der Verein in den Jahren 1976/1977 neuen Auftrieb. 1979 wurde das Sportheim durch den Anbau eines Jugendraumes erweitert und die sanitären Anlagen auf den heutigen Stand gebracht.
Das Jahr 1980 brachte einen Wechsel in der Vorstandschaft. Nach 21 Jahren als 1. Vorstand stellte sich Waldemar Zaus nicht mehr zur Wahl. Josef Ernst wurde von der Mitgliederversammlung zu seinem Nachfolger gewählt. 1981 starb Heinz Seidl, der unermüdliche Motor der AH-Mannschaft, während eines Fußballspiels auf dem Sportplatz in Cadolzburg. 1982 wurde Ernst Kaburek für 900 Spiele für den SVR geehrt werden. Ein Vorbau am Sportheim brachte 1983 den Zuschauern endlich ein Dach über den Kopf. Fortan konnten auch bei Regen die Spiele trockenen Hauptes beobachtet werden.
1984 führte der traditionelle Vereinsausflug nochmals nach Berlin. Nach Jahren mit sportlichen Höhen und Tiefen wurden 1985 durch die intensive Nachwuchswerbung der damaligen Vorstände Siegfried Cerny und Karl-Heinz Bonk neue Impulse gegeben. Diese Bemühungen führten zur Gründung von Mannschaften der C-, E- und F-Jugend, die bis heute am Spielbetrieb teilnehmen.
An Pfingsten 1990 – zum Vierzigjährigen des SVR- wurde ein Fest mit Bierzelt, Musik und natürlich sportlichen Veranstaltungen gefeiert. Höhepunkt war das Spiel der Alt-Herrenmannschaft gegen die Meistermannschaft von 1968 des 1.FCN. Ergebnis dieses Spieles: 8:2 für den Club. Die E-Jugendmannschaft wurde in der Saison 1989/90 Meister in der Kreisgruppe 3. Im Rahmen des vorgenannten Festes wurde dieser Erfolg entsprechend gewürdigt, sowie auch bei der Sportlerehrung des Marktes Roßtal.
Im Sommer 1991 konnte mit einem Umbau des Sportlerheims begonnen werden. Das Gebäude wurde verlängert, teilweise unterkellert, eine neue Küche sowie Thekenanlage wurden geschaffen. Bis zur Fertigstellung im Jahre 1992 wurden unzählige Arbeitsstunden von freiwilligen Helfern geleistet, ohne die dieses Projekt niemals möglich gewesen wäre. Im Jahre 1993 leistete man sich eine neue Flutlichtanlage. Sportlich war die erste Mannschaft in den Jahren 1992/93 sowie 1994/95 recht erfolgreich. 1993 fehlten wenige Punkte zum direkten Aufstieg. 1995 wurde ein Relegationsspiel um den Aufstieg in die B-Klasse bestritten, welches leider in der Verlängerung verloren wurde.
Im Juli 1996 konnte bei herrlichem Wetter der neu erstellte Platz mit einem Turnier eingeweiht werden. Von acht Mannschaften belegte der SVR den vierten Platz.
1997 gründete man den Förderverein SVR. Ziel und Zweck dieses Vereines sind die Förderung von Sport und Geselligkeit sowie von sportlichen Vorhaben und Projekten, die den SVR betreffen. In den Jahren 1990 - 1998 konnten Werner Herbst für 800 Spiele, Kurt Zimmermann für 600 Spiele und Thilo Schenk für 500 Spiele vom SVR, sowie auch vom Markt Roßtal im Rahmen der Sportlerehrung geehrt werden.
Ein besonderes Jubiläum feierte der Schiedsrichter und treue Freund des Vereins, Bruno Steidl, im Jahre 1999. Er wurde von der Schiedsrichtergruppe Zirndorf für 40 Jahre Schiedsrichterdienst geehrt. Das Jahr 1999 begann dann auch sehr erfolgreich, die Mannschaft kam in die Endrunde der Hallenkreismeisterschaft Nürnberg./Fürth und erreichte einen sensationellen sechsten Platz. Auch in der Presse wurde über diesen tollen Erfolg berichtet. Die Saison 1998/99 endete mit dem 3. Tabellenplatz. Es wurden zwei Relegationsspiele um einen freien Platz in der Kreisklasse ausgetragen. Der SVR konnte zwar zwei Siege verbuchen, trotzdem blieb der Aufstieg verwehrt, da kein Platz in der Kreisklasse frei wurde. Wieder einmal fehlte das letzte Quentchen Glück zum Aufstieg. Dieses Quentchen kam schließlich endlich im Jahr 2000. Denn von einem eigentlich aussichtslosen dritten Tabellenplatz am Jahresbeginn startete man ohne weitere Niederlage durch auf Platz eins. Das bedeutete - nach 1955 - den zweiten Meistertitel für die erste Mannschaft und damit den Aufstieg in die Kreisklasse. So gab es in diesem denkwürdigen Jahr gleich doppelten Anlass zum Feiern: den Aufstieg und das 50-Jähriges Vereinsjubiläum. Die sportlichen Bedingungen verbesserte man im Jahr 2001 durch den Einbau einer Drainage auf dem A-Platz – finanziell versuchte man das ab dem Jahr 2001 durch Bandenwerbung. Hierfür konnten elf Werbeträger gewonnen werden. Um für alle Juniorenklassen Mannschaften melden zu können, gründete der Verein im Jugendbereich eine Spielgemeinschaft mit dem SV Großweismannsdorf. Ein tragisches Ereignis prägte das Jahr 2002: In der Nacht von Samstag, 24., auf Sonntag, 25. Augst, wurde das Sportheim ein Raub der Flammen. Im Hinblick auf dieses tragische Ereignis erklärte sich der 1.Vorstand, Franz Hammerschick, entgegen seiner Aussage in der Jahreshauptversammlung bereit, bei den Neuwahlen im Januar wieder als Vorstand zur Verfügung zu stehen. Auch die Anteilnahme anderer Vereine und Privatpersonen war riesengroß. Der Tuspo Roßtal bot an, seine Plätze und sonstigen Einrichtungen mitzubenutzen. Günther Leberer stellte einen WC- sowie einen Duschwagen zur Verfügung, die Buttendorfer Kärwaboum liehen ebenfalls einen WC-Wagen aus. Der SV Großweismannsdorf sicherte zu, dass der Trainings- und Spielbetrieb für die Junioren ab der D-Jugend dort abgewickelt werden kann. Auch der Markt Roßtal sagte seine Unterstützung für einen schnellen Neuanfang zu und versprach eine schnelle Erteilung der Baugenehmigung. Bis es so weit war, arrangierte man sich mit einer Übergangslösung in Form von Miet-Containern. Ab Mitte September begann der „reguläre“ Betrieb in der neuen Behausung. Bereits im September stellte der Vorstand den Bauplan für einen Sportheimneubau vor. Nach lebhafter Diskussion erfolgte ein einstimmiger Beschluss. Am 30. Oktober startete der Baubeginn, die Grundsteinlegung erfolgte durch Bürgermeister Max Gaul am 7. November, gut einen Monat spatter konnte schon Richtfest gefeiert werden. Bis Ende 2002 wurden von 75 freiwilligen Helfern über 4000 Arbeitsstunden geleistet. Diese waren auch 2003 fleißig. Die stolze Statistik: 113 freiwillige Helferinnen und Helfer ackerten in ihrer Freizeit 13.187 Stunden für den Neubau des Sportheims. Bei der Juniorenweihnachtsfeier war es dann endlich so weit: der niegelnagelneue Bau konnte zum ersten Mal genutzt werden. Die offizielle Einweihung des neuen Sportheims fand am 3. Juli 2004 mit der damaligen Landrätin Gabriele Pauli, Bürgermeister Max Gaul, zahlreichen Markträten, Vertretern der katholischen und evangelischen Kirchen sowie der Nachbarvereine mit einem rauschenden Fest statt. Für ein Benefizspiel zu Gunsten der DKMS (Deutsche Knochenmarkspenderdatei) stellte der Verein gerne seinen Platz zur Verfügung. Eine Mannschaft aus den drei Roßtaler Vereinen trat dabei gegen eine Promimannschaft des 1.FCN an. 2005 wurde aus sportlicher Sicht leider das erste große negative Stück Geschichte geschrieben: Die 1. Mannschaft stieg trotz eines Trainerwechsels (Giovanni Selce ersetzte im Februar Peter Wießmeier) in der Saison 2004/05 aus der Kreisklasse ab. Somit befand sich der SV Raitersaich wieder in der untersden Klasse des Fußballs, der A-Klasse. Erfreulich dagegen. Die Altherrenmannschaft stieg gleich im ersten Jahr der Teilnahme an einer Verbandspunkterunde in die Kreisklasse auf. Im Jugendbereich konnte mit dem SV Großweismannsdorf und dem Tuspo Roßtal erstmals eine Spielgemeinschaft bei den C-Junioren (nur Großweismannsdorf) und A-Junioren gebildet werden. Gleich in ihrer ersten Saison als Spielgemeinschaft holte die C-Jugend den Meistertitel in der Kreisgruppe 6. Im Januar 2007 trat Karl-Heinz Bonk die Nachfolge von Franz Hammerschick an,der nach elf Jahren berufsbedingt sein Amt als erster Vorsitzender abgab. Über Privatdarlehen seiner Mitglieder finanzierte der Verein die Installation einer Solaranlage zur Brauchwassererwärmung. Mit dem Verlegen des Bodenbelags im Dachgeschoss war nun auch die Innenausstattung des neuen Vereinsheims abgeschlossen. Und auch sportlich gab es Erfolg zu vermelden: Die 2. Mannschaft wurde mit elf Punkten Vorsprung souverän Meister und konnte diesen Erfolg im Folgejahr sogar wiederholen. 2009 zog die 1. Mannschaft endlich nach. Nach drei vergeblichen Versuchen gelang im ersten Trainerjahr von Thomas Eckert der Wiederaufstieg in die Kreisklasse: Diese Truppe erreichte den ersten Platz mit zehn Punkten Vorsprung. Was zusätzlich zu erwähnen ist, dass man auch der beste Meister aller 10 (!!!) A-Klassen im Raum Nürnberg/Ansbach wurde. Nachdem der Aufstieg vorzeitig feststand, wurde jeder erneute Sieg mit einer improvisierten Aufstiegsfeier zelebriert. Das verlangte sowohl Zuschauern als auch Aktiven sowie der Stereoanlage(Totalausfall nach Überhitzung) das Äußerste ab. Die offizielle und damit endgültige Aufstiegsfeier fand am 24. Mai statt. Die 2. Mannschaft ließ sich allerdings nicht lumpen und wurde ebenfalls Meister - zum dritten Mal in Folge. Mit dem Erreichen des Halbfinales beim Toto-Pokal in der Saison 2009/2010 beeindruckte die 1. Mannschaft ihre Zuschauer und Gegner. Auf dem Weg zum Halbfinale wurden mit ASV Fürth (Bezirksliga, 3:1), ASV Zirndorf (Bezirksoberliga, 2:0 i.E.), FSV Stadeln (Bezirksoberliga, 3:2) und im bezirksübergreifenen Viertelfinale SF Laubendorf (5:0) einige höherklassige Mannschaften ausgeschaltet. Im Halbfinale war dann leider Schluss und das Pokalmärchen endete. Der SVR unterlag mit 0:5 dem Bezirksligisten und späteren Pokalgewinner TSV Burgfarrnbach. Was sich in den Pokalspielen schon andeutete, spiegelt sich in der folgenden Kreisklassen-Saison 2009/10 wieder: Die erste Mannschaft schaffte als Aufsteiger letztendlich die souveräne Meisterschaft (9 Punkte Vorspung!) und den damit verbundenen Aufstieg in die Kreisliga! Das war bis dahin der größte sportliche Erfolg in der Vereinsgeschichte. Durch den Durchmarsch, was auch auf den Aufstiegstshirt ("Durchmaschiert!") zu lesen war, ging das Märchen weiter ... Die zweite Mannschaft spielte in der höheren Liga ebenfalls sehr erfolgreich und erreichte einen sehr guten 3.Platz. Das 60-jährige Vereinsjubiläum stand 2010 im Mittelpunkt aller nichtspielerischen Aktivitäten. Der Festausschuss, bestehend aus Inge Hammer, Jutta Ott, Herbert Hammer, Bernhard Kießling, Walter Kießling, Kurt Zimmermann, Rolf Bidner, Roland Konopik, Rico Reinold, Stefan Meyer und Karl-Heinz Bonk, leistete hervorragende Arbeit und bereitete allen ein gelungenes und freudvolles Jubiläum. Die mehrtägigen Feierlichkeiten begannen am Donnerstag, dem 3. Juni 2010, mit den Turnieren der E-, C- und A-Jugend. Am Freitag folgte das Freundschaftsspiel der Altherrenmannschaft gegen die Traditionsmannschaft der SpVgg Greuther Fürth – auch wenn das Spiel mit 8:1 deutlich an die Fürther ging, trübte dies keineswegs die Feierlaune. Ein besonderer Moment des Festabends war die Ehrung der Gründungsmitglieder Hans Meyer und Hans Leberer, die für ihre 60-jährige Treue zum SV Raitersaich und ihren unermüdlichen Einsatz gewürdigt wurden. Der Festsamstag startete mit dem Turnier der 1. Mannschaft. Ruhiger klang das Jubiläum dann am Sonntag aus, mit einem Frühschoppen, Musik und den D- und F-Jugendturnieren. Auch sportlich war das Jahr 2010 herausragend: Noch vor dem Festwochenende schaffte die 1. Mannschaft mit Trainer Thomas Eckert den Aufstieg in die Kreisliga, eine Sensation, denn ursprünglich war lediglich der Klassenerhalt als Saisonziel ausgegeben. Hier wiederholte sich Vereinsgeschichte, denn auch vor dem 50. Jubiläum des SV Raitersaich im Jahr 2000 stieg die 1. Mannschaft auf. Die 2. Mannschaft spielte 2010 ebenfalls sehr erfolgreich – aufstiegsberechtigt in der B-Klasse. Was gute Organisation und engagiertes Miteinander leisten können, stellte der SVR auch 2011 unter Beweis: Das erste Sportwochenende des SVR fand vom 1. bis zum 3. Juli statt. In zahlreichen Turnieren konnten sich die Raitersaicher Mannschaften von der G-Jugend bis zur 1. Mannschaft mit Teams anderer Vereine messen. Auch diesmal durfte das Festzelt, die Musik und vor allem das Beisammensein nicht fehlen – das Wochenende war ein voller Erfolg, der in den Folgejahren fortgesetzt wurde. Die 1. Mannschaft schlug sich im ersten Jahr in der Kreisliga erstklassig, spielte sich auf den 2. Tabellenplatz und durfte ins Relegationsspiel um den Aufstieg in die Bezirksliga. Leider verlor sie gegen den TSV 2000 Rothenburg 3:1. Dennoch war dies bis dahin der größte Erfolg der Vereinsgeschichte – hätte sie das Spiel nicht verloren, wären sie von der A-Klasse direkt in die Bezirksliga „durchmarschiert“. Das hat bis dahin keine Raitersaicher Mannschaft geschafft. Leider kündigte Trainer Thomas Eckert im Oktober 2011 aus persönlichen Gründen, seine Nachfolge übernahm Uwe Neunsinger. Im selben Jahr wurde eine Jugendfördergemeinschaft (JFG) aus den Vereinen Tuspo Roßtal, SV Großweismannsdorf, TSV Rohr und SV Raitersaich gegründet. Die JFG lief beim BFV als eigener Verein, die Vereinsmitgliedschaften der Spieler verblieben jedoch in den Heimatvereinen. 2012 erreichte die 1. Mannschaft Platz fünf in der Kreisliga, trotz Trainerwechsel in der Vorrunde. Ein großer Triumph war der Gewinn der Hallenlandkreismeisterschaft, zum ersten Mal überhaupt! Zudem feierten die D-Jugend mit ihren Betreuern Manfred Haundel und Alwin Birg sowie die B-Jugend mit Robert Fabritius und Modesto Russo ihre Meisterschaften und den Aufstieg in die Kreisklasse. Sie alle wurden zur Sportlerehrung 2012 in Roßtal nominiert. Alexander Jeltsch wurde 2013 für 500 Spiele geehrt. 2014 war ein Jahr großer personeller Veränderungen – eine Ära ging zu Ende: Nach 10 Jahren als Wirtin im Vereinsheim beendete Gisela Weidenhammer den Pachtvertrag. Außerdem beendete Karl-Heinz Bonk nach 30 Jahren seine Mitarbeit im Vorstand des SV Raitersaich. Er war 16 Jahre lang 2. Vorstand und 14 Jahre 1. Vorstand des Vereins, seine Nachfolge trat Franz Hammerschick an. Rico Reinhold wurde für das Bestreiten seines 500. Spiels geehrt. Während die 1. Mannschaft wie bereits in der Vorsaison Sorgen bereitete, schaffte es die 2. Mannschaft auf den 1. Tabellenplatz in der B-Klasse und wurde 2016 Herbstmeister mit den Trainern Lothar Fichte und Robert Fabritius. Sportlich bescherte das Saison-Ende 2016/2017 dem Verein ein Wechselbad der Gefühle: Nach sieben Jahren in der Kreisliga stieg die 1. Mannschaft in die Kreisklasse ab – zeitgleich stieg die 2. Mannschaft in die A-Klasse auf, was für die Mannschaft einen Riesenerfolg bedeutete. Dort sollte sie bis zur Saison 2023/2024 verbleiben. Der Abschlussabend am letzten Spieltag glich daher einer emotionalen Achterbahn. Aber schon in der folgenden Saison 2017/2018 stieg die 1. Mannschaft mit dem neu verpflichteten Trainer Dietmar Kusnyarik wieder in die Kreisliga auf. Beim Spiel gegen TSV Azzurri in Nürnberg am 17. Mai 2018 wurde der Aufstieg besiegelt und im Anschluss bis in die Morgenstunden ausgelassen gefeiert. Beim letzten Saisonspiel wurde Markus Wendel für sein 500. Spiel geehrt. 2019 sollte schließlich das bis dahin erfolgreichste Jahr der Vereinsgeschichte werden: Die 2. Mannschaft verblieb in der A-Klasse und die 1. Mannschaft schaffte den Aufstieg in die Bezirksliga. Im letzten Spiel der Rückrunde verpasste die Mannschaft zwar die Chance, direkt aufzusteigen, konnte dies dann aber glücklicherweise nach den Relegationsspielen gegen Uffenheim (4:1) und Mosbach (5:1) – vor 800 Zuschauern! – nachholen. Was nach dem Schlusspfiff auf dem Platz los war, ist nahezu unbeschreiblich: Fans und Spieler lagen sich in den Armen, die anschließende Siegesfeier ging – wie immer – bis in die Morgenstunden. Nachdem 2016 bereits der Jugendraum renoviert worden war, konnte 2019 mithilfe finanzieller Unterstützung des Marktes Roßtal ein Ballfangzaun zwischen dem A- und dem B-Platz errichtet werden. Dann kam Corona, eine Zäsur in der bis dahin 70-jährigen Geschichte des Vereins. Im Februar 2020 begann wie gewohnt der Spielbetrieb, der dann am 18. März mit der Anordnung des ersten Lockdowns direkt wieder eingestellt werden musste. Zwischen den weiteren Lockdowns hat man versucht, mit Hygienekonzepten und Abstandregelungen den Spielern zumindest einige Trainingseinheiten zu ermöglichen. Im Juli kam es zu einem Trainerwechsel in der 1. Mannschaft. 2021 war weiter geprägt von den Auswirkungen der Corona-Pandemie. Die Jahreshauptversammlung des Jahres 2020 wurde am 28. Juli 2021 nachgeholt. Der Spielbetrieb im Jahr 2021 durfte erst am 1. Juni aufgenommen werden und musste am 21. November wieder abgebrochen werden. Nachdem 2020 schon die erste Bezirksligasaison der 1. Mannschaft vorzeitig beendet wurde, konnten die Mannschaften nun schon die zweite Saison in Folge keine Spiele bestreiten und nur sporadisch trainieren – wieder mussten alle weiteren Veranstaltungen abgesagt werden. Nach zwei Jahren in der Bezirksliga stieg die 1. Mannschaft im Jahr 2022 ab in die Kreisliga und auch die 2. Mannschaft verpasste den Aufstieg in die Kreisklasse. Im Rahmen der Sportlerehrung des Marktes Roßtal wurden Markus Wendel für 600 absolvierte Spiele und Bernd Grillenberger für 500 Spiele ausgezeichnet. Im folgenden Jahr vollzog sich dann ein Generationenwechsel. Franz Hammerschick übergab nach 20 Jahren den 1. Vorsitz des Vereinsvorstands an Stefan Meyer, Rolf Bidner übernahm von Karl-Heinz Bonk den 2. Vorsitz. Insgesamt 34 Jahre lang, seit 1989, hatten die beiden den SV Raitersaich als Verantwortliche durch sämtliche Höhen und Tiefen gesteuert. Auf der Jahreshauptversammlung am 2024 wurde Franz Hammerschick zum Ehrenvorstand des SV Raitersaich gewählt. Er ist nach Waldemar Zaus erst der Zweite, dem diese Ehre zuteilwird. Für den Verein komplett kostenfrei wurde im April der Parkplatz vor dem Sportheim von den eifrigen Helfern des SVR fertiggepflastert. 75 Jahre sind vergangen seit der Gründung des SV Raitersaich. Ein Menschenleben – und wie jedes Leben ist auch das eines Vereins gezeichnet von Höhen und Tiefen, von Momenten des Jubels und Zeiten der Herausforderung. Doch genau diese Vielfalt an Erlebnissen, das erlebte Miteinander und der gemeinsame Wille, immer wieder auf- und zusammenzustehen, machen den SV Raitersaich zu dem, was er ist: von Beginn an eine lebendige Gemeinschaft, die mit Stolz auf ihre Vergangenheit blicken kann und mit Zuversicht in die Zukunft geht. |